Als alternative Kennzahl zur Berechnung der internen Portfolioverzinsung nutzen wir im Finanzmanager die Internal Rate of Return bzw. den Internen Zinsfuß. Die IRR kannst du im Tab "Analyse" einsehen. Für den Chart (z.B. im Tab "Portfolio") nutzen wir stattdessen die TWROR. Diese Kennzahl erklären wir hier.
Was die IRR aussagt und wie sie sich von der TWROR unterscheidet erfährst du im folgenden Artikel.
Was ist die Internal Rate of Return (IRR)?
Die IRR ist eine Kennzahl mit der die Effektivverzinsung eines Investitionsprojektes (z.B. einzelne Investitionen in Wertpapiere oder wiederkehrende Sparraten). Es handelt sich um die Rendite bei der der Nettobarwert der Investition gleich 0 ist. Der Barwert der Investitionen entspricht also dem Barwert der Auszahlungen.
Dabei spielt vor allem der Zeitpunkt der Investitionen eine entscheidende Rolle, denn diese werden zeitabhängig geschätzt und auf ein volles Jahr hochgerechnet.
Wie wird die IRR berechnet?
Um die Portfolio-Rendite mit der Methode des Internen Zinsfußes zu berechnen, müssen
- der Anfangswert eines Portfolios (optional plus Cash),
- der Endwert eines Portfolios (optional plus Cash), sowie
- alle Ein- und Auszahlungen im Beobachtungszeitraum (Cashflows genannt), inkl. Dividenden, Steuern und Gebühren,
gemessen werden. Hieraus ergibt sich dann die theoretische Verzinsung des eingesetzten Kapitals, abhängig vom Zeitpunkt der Transaktionen. Würden keinerlei Transaktionen vorliegen, wäre der Interne Zinsfuß einfach durch Start- und Endwert definiert. Dieser Fall ist aber unrealistisch, da Anleger i.d.R. immer wieder investieren oder Geld entnehmen
In der Realität werden fortlaufende Investitionen oder Entnahmen getätigt. Diese beeinflussen die IRR wie das folgende Beispiel verdeutlicht.
Beispiel IRR
Die Tabelle zeigt eine Reihe an Transaktionen.
Die Summe aller Kauftransaktionen beträgt 1250 Euro. Bei der Investition stehen Kursgewinne von ca. 373 Euro zu buche. Die einfach Rendite beträgt 373/1250 = 29,85%. Das ergibt circa 15% pro Jahr. Die IRR liegt jedoch bei 34,10% pro Jahr.
Da bei diesem Sparplan kontinuierlich Investitionen getätigt wurden, muss die Verzinsung abschnittsweise betrachtet werden. Die Transaktion vom 09.03.15 wurde bereits über 24 Monate verzinst, während die Transaktion am 09.03.17 gar nicht verzinst wurde. Daher unterscheidet sich die IRR von der durchschnittlichen Jahresrendite von 15%.
Die IRR hängt also maßgeblich vom Zeitpunkt der Investitionen ab.
Verlegt man das Datum der ersten Investition um ein Jahr zurück verringert sich die IRR.
Dies ist auch logisch. Erhöht sich die Investitionsdauer um 1 Jahr hat das investierte Kapital länger Zeit sich so zu verzinsen, dass am Ende ein Depotwert von 1623,24 Euro entsteht. Dementsprechend ist die jährliche IRR niedriger. Bei jeder Anpassung des Investitionszeitpunktes ändert sich also die IRR.
Möchtest du dies in Excel nachprüfen? Dann nutze die Formel "XINTZINSFUSS" oder "XIRR" um die Internal Rate of Return zu berechnen.
Wie unterscheiden sich TWROR und IRR?
Bei der TWROR steht die Bereinigung der Rendite um Ein- und Auszahlungen im Mittelpunkt, um eine aussagekräftige Einschätzung über die Portfolio Performance treffen zu können. Diese Performance lässt sich gut mit der Performance von z.B. Indices vergleichen, da diese (je nach Art des Indexes) ebenfalls um Auszahlungen (wie Dividenden) bereinigt werden.
Die IRR bezieht sich dagegen auf den Zeitpunkt der Investition. Möchtest du dir zu einem bestimmten Zeitpunkt einen gewissen Betrag auszahlen? Dann zeigt dir die IRR an, wie hoch die jährliche Verzinsung deines Portfolios, bei festgelegten Investitionszeitpunkten und Einzahlungen sein muss, damit du diesen Zielbetrag erreichst.